Startklar? #BER

15. November 2013

Neues vom Flughafen Berlin Brandenburg

Las Vegas am BER. Der Pannenflughafen ist jede Nacht hell erleuchtet. Inzwischen lässt sich wenigstens die Vorfeldbeleuchtung abschalten. Lange war auch das nicht möglich. Unsere Bustour durch das Flughafengelände zeigte aber auch andere interessante Details.

Terminal_kleinDer Bau des neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld hat bereits 4,6 Mrd. Euro verschlungen. Heike Fölster, verantwortlich für die Finanzen der staatlichen Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB), hat diese Zahl offiziell bestätigt.

Das ist jedoch nur ein Zwischenstand. Andreas Büttner MdL, FDP-Fraktionsvorsitzender im brandenburgischen Landtag, rechnet mit mindestens 6 Mrd. Euro, die der Neubau bis zur Eröffnung verschlingen wird. Büttner begleitete unsere Reisegruppe vom Ostbahnhof bis zum Flughafengelände, blickte dabei auf Standort-Entscheidung, die Eröffnungsabsage und viele technische Probleme zurück und gab dabei interessante politische Details preis: So die Kuriositäten bei der Entlastung des BER-Aufsichtsrates, wo Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Funktion als Vertreter des Landes Berlin in der Gesellschafterversammlung Klaus Wowereit als Aufsichtratsvorsitzenden des BER entlastet hat. Ein in Deutschland einmaliges Konstrukt, das seine Vorteile hat – vor allem für Wowereit.

Dennoch: „Der BER wird Jobmotor für eine ganze Region“. Da ist sich Büttner sicher. Schon jetzt hat der Landkreis Dahme-Spreewald, auf dessen Territorium sich der Flughafen befindet, die geringste Arbeitslosenquote des Landes Brandenburg. „Ohne den BER geht es nicht“ .

Büttner erklärt aber auch: Der Flughafen sei unterdimensioniert, beispielsweise bei der Gepäckabfertigung. Die brandenburgische FDP plädiere daher für einen Weiterbetrieb von Tegel. Auch wegen der Innenstadtlage. „Städte wie Paris oder London haben auch mindestens zwei Flughäfen. Sie wären froh über eine so zentrale Lage wie in Tegel. Und wir schließen Tegel und Tempelhof. Das ist Unsinn“, so Büttner.

Von der Flughafengesellschaft erwartet Büttner jetzt vor allem eines: Absolute Transparenz der Kosten! „Sonst ist die Situation für Politik und Steuerzahler nicht mehr tragbar.“  Auch mit den Personalquerelen – wie zuletzt das Duell zwischen Mehdorn und Amann – müsse Schluss sein. „Das erzeugt kein Vertrauen in der Bevölkerung. Wir brauchen Fachkompetenz. Vor allem im Aufsichtsrat.“

HenneEiner der es versteht einen Flughafen zu managen, war übrigens mit auf Tour. Knut Henne, ehemaliger Geschäfstführer der Berliner Flughäfen und zuletzt Berater. Ihn konnten technische Highlights wie ein GPS-gestütztes System, das den Maschinen den Weg vom Taxiway zum Gate weist, nicht über Planungsfehler hinweg täuschen. Sein Urteil ganz klar: Hier wurden auf vielen Gebieten Fehler gemacht. Aber: „Berlin braucht einen funktionierenden großen Flughafen.“

Die FFB spricht übrigens ganz offen über die Kosten der Verzögerung. Jeder Monat „Warten auf BER“ kostet die FBB 40 Mio. Euro reine Instandhaltungskosten. Dazu kommen noch einmal 17 Mio Euro entgangene Einnahmen. Der Flughafen Berlin-Brandenburg ist und bleibt das wichtigste Infrastrukturprojekt der deutschen Hauptstadt und soll Berlin auch verkehrstechnisch den Rang einer europäischen Metropole sichern sowie den wirtschaftlichen Fortschritt in der gesamten Region Berlin-Brandenburg vorantreiben. Das Projekt die derzeit größte Baustelle Europas und trotz aller Probleme wird der neue Flughafen über kurz oder lang den Betrieb aufnehmen. BER ist und bleibt ein wichtiges Fortschritts- und Zukunftsprojekt.

Wann unsere nächste BER-Tour startet finden Sie in den Veranstaltungshinweisen auf der Webseite der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Verfasst in: Allgemein

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