Vertrauenskrise Marktwirtschaft? Es antwortet Henning Krumrey, Wirtschaftswoche

29. Juni 2013 0 Kommentare

Als Eröffnungredner der diesjährigen Liberalismuskonferenz, stellte Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche, die Frage nach der Vertrauenkrise in die Marktwirtschaft. Seine Bestandsaufnahme war eine Beschreibung einer veritablen Beziehungskrise im rund 60 Jahre währenden Verhältnis der Deutschen zur Sozialen Marktwirtschaft, so Krumrey.

Umfragen zeigen, eine knappe Mehrheit der Deutschen steht der Marktwirtschaft heute kritisch gegenüber. Unsere Wirtschaftsordnung wird von immer weniger Menschen als Grundlage unseres Wohlstands erkannt und zunehmend als ungerecht angesehen.

Für diesen Akzeptanzverlust der Marktwirtschaft, nannte Herr Krumrey drei Ursachen:

1. Die Allgemeine Stimmung und das persönliche Erleben:
Skandale und Krisen bestimmen das Meinungsklima und zeichnen ein düsteres Bild. Gleichzeitig sehen die Menschen nicht ein nach jahrelanger Lohnzurückhaltung Banken retten zu müssen.

2. Unökonomische Entscheidungen der Politik:
Ständige vollzogene oder geforderte Markteingriffe der Politik, wie zuletzt bei der Diskussion um „Strompreis-“ oder “ Mietpreisbremsen“ und ökonomisch völlig fehlgesteuerte Regulierungen, wie in der Energiepolitik, untergraben das Vertrauen in den Freien Markt.

3. „Schlechte Presse“:
Einen nicht unerhebliche Mitverantwortung sah Krumey, schließlich auch bei seiner eignen Zunft. Leider besäßen die meisten Journalisten viel zu wenig Sachverstand um über ökonomische Vorgänge angemessen berichten zu können. Hinzu kämen hoher Zeitdruck und ideologische Vorurteile in den Redaktionen.

Immerhin eine tröstliche Nachricht konnte Henning Krumrey allen Freunden der Marktwirtschaft dann doch noch mit auf den Weg geben. Auch wenn eine Mehrheit der Deutschen heute mit Skepsis auf den Markt blickt, so glauben doch nur 15% dass es ein besseres System gäbe.

Der Gesamtenvortrag ist hier verfügbar.

Verfasst in: Allgemein